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Heute ist mein letzter “Ruhetag” auf meiner Pilgerreise, aber da ich mich in Porto befinde, in der Stadt, in die ich mich gestern beim ersten Anblick direkt verliebt habe, werde ich mich heute auf Entdeckungsreise begeben.

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Porto, an den Ufern des Douro kurz vor der Mündung in den Atlantik gelegen, wurde schon lange von Menschen als Siedlungsort genutzt. Aus der Eisenzeit, auf der iberischen Halbinsel Castrokultur genannt, finden sich die erste Zeugnisse einer menschlichen Besiedelung. Später kamen die Griechen, die diesem Ort den Namen Kalos (= schön) gaben. Auch die Römer waren von dem Ort angetan und nannten die Siedlung am Douro Portus Cale. Später kamen die Westgoten und die Mauren, die die Stadt deutlich ausbauten.

Erst zur Zeit der Reconquista im 11. Jahrhundert fiel Porto unter die christliche Herrschaft durch das Königreich Leon. Diese schenkten zum Ende des 11. Jahrhunderts dem Kreuzfahrer Heinrich von Burgund die Grafschaft Portucale. Damit nahm die Geschichte Portugals ihren Anfang. Von Porto wurden im 12. Jahrhundert dann Kreuzzüge ausgesandt. In den folgenden Jahrhunderten konnte Porto seine Stellung als bedeutender Handelsort ausbauen und verfügt heute dank seiner weitgefassten Industrie über eine wichtige Stellung in Portugal und sieht sich als heimliche Hauptstadt des Landes. Im Laufe der Jahrhunderte entstand auch das heutige Stadtbild mit seinen engen, dicht bebauten Gassen, die sich terrassenförmig zur über allem thronenden Kathedrale heraufwinden. Dieses wunderbare Gesamtkunstwerk wurde 1996 auf die UNESCO-Liste der Weltkulturerbe genommen.

Auf meinem Streifzug durch die Altstadt Portugals bezaubern mich neben den unzähligen Gässchen mit bunten Strassentreiben, die imposanten Kirchenbauwerke, die zum Teilmit einer Azulejos-Fassade ausgestattet sind und der Blick auf die unzähligen Portweinhersteller, die am anderen Ufer ihre Weinkeller unterhalten und am Fluss noch ihre alten Transportboote mit Fässern im Wasser schaukeln lassen. Um meinen Füssen doch noch eine Ruhepause zu gönnen, mache ich eine knapp einstündige Bootsfahrt auf dem Douro, die uns bis zur Mündung führt.

Bei der Rückkehr zu der Anlagestelle am Fusse der Altstadt kam man entfernt das Gefühl nachempfinden, welches die Seefahrer seit Jahrhunderten haben mussten, wenn sie nach ungewisser Reise das erste Mal die Kathedrale mit der Altstadt wiedergesehen haben. Nun lasse ich den Tag mit einem schönen Essen am Fusse der beeindruckenden, zweistöckigen Eisenbrücke am Douro ausklingen und weiss, hier werde ich noch einmal herkommen…..