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Jakobsweg Caldas de Reis: Etappe 21 – Pontevedra nach Caldas de Reis
Zu den warmen Quellen auf dem Pilgerweg

Jakobsweg Caldas de ReisIn der Nacht hat wieder Regen und Sturm um das Hotel gefegt und so erwartete ich den neuen Tag mit einem gewissen Bangen: 23 Kilometer im strömenden Regen auf dem Jakobsweg Camino Portugués zu laufen wäre schon ein hartes Stück Arbeit…

Aber nach einem späten Frühstück im Hotel um halb neun liess der Regen nach und als ich meinen Rucksack gepackt hatte, war es schon fast trocken. So lief ich noch ein wenig durch die hübsche Altstadt, besuchte kurz die morgendliche Markthalle, die frischen Fisch und Meeresfrüchte der Region, wie Flusskrebse und die weniger bekannten Percebes feil bot und folgte den Pfeilen über die Brücke. Bald liess ich die letzten Häuser hinter mir und die Wolken hingen immer noch tief über der feuchten Flusslandschaft. Mit jedem gelaufenen Kilometer klarte der Himmel mehr auf, so dass ich bald meine Hose auf das übliche Mass kürzen und die Regenjacke einpacken konnte.

Diese Etappe auf dem Pilgerweg zeigte sich sehr abwechslungsreich und so gingen die Kilometer schnell vorbei. Auf halbem Weg traf ich “alte Bekannte” aus der Herberge wieder, die inzwischen den Jakobsweg in leichten Sandalen bzw. Flip-Flops zu meistern versuchten, da die Wanderschuhe zu starke Schmerzen an den zahlreichen Blasen oder blauen Zehennägeln verursachten. In diesem Moment war ich froh, doch die meisten Blessuren hinter mir gelassen zu haben und die schöne Strecke ohne allzu viele Probleme oder Schmerzen geniessen zu können. Da Cafes oder Restaurants auf dieser Strecke rar sind, hatte ich mir in Pontevedra einen kleinen Proviant eingekauft, den ich um die Mittagszeit bei herrlichem Sonnenschein auf einer Steinbank geniessen konnte. Immer wieder kamen wenige Pilger vorbei, die ich auf dem Weg seit Porto schon einmal gesehen hatte.

Es wurden immer ein paar freundliche Worte gewechselt, die neuesten Ereignisse ausgetauscht und man ging dann wieder mit einem “Buon Camino” seinen Weg weiter. Am frühen Nachmittag erreichte ich das Städtchen Caldas de Reis, welches schon seit langer Zeit für seine warmen Thermen bekannt ist. Es zeigte sich von einer leicht verblichenen Seite, die beiden Balnearios waren leider ausgebucht, so dass ich in einem modernen Hotel Unterkunft fand. Bei dem abendlichen Rundgang durch die Altstadt traf ich noch Mitpilger aus Rubiaes, die fürchterliche Geschichten von dem ungeheuren Regen vor zwei Tagen zu berichten hatten. Wieder geht ein schöner Tag dem Ende zu und die letzten zwei Tage auf dem Jakobsweg Camino Portugués stehen bevor. Langsam heisst es Abschiednehmen von vier Wochen ungebunden durch die iberische Halbinsel zu laufen und die unterschiedlichsten Eindrücke in sich aufzunehmen.

Es werden sicherlich viele Bilder und Eindrücke bleiben, wenn es am Samstag heisst, den Heimflug anzutreten. Aber noch habe ich zwei Tage…….

Weitere Informationen auf unserer Website.

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