+41 71 310 28 00 verlag@peronegro.com

Jakobsweg Padron: Etappe 22 – Caldas de Reis nach Padron
Die vorletzte Etappe auf dem Jakobsweg 

Jakobsweg PadronHeute steht die vorletzte Etappe an auf dem Jakobsweg Camino Portugués und nun hat der Wettergott doch noch den grossen Regen geschickt. Selbst um neun Uhr ist es noch nicht richtig hell, aber bei noch trockenem Wetter mache ich mich auf den Weg.

Durch das noch verschlafene kleine Städtchen geht es hinaus in ein wunderschönes Tal und weit und breit sind keine Pilger zu sehen. Aber wie ich gestern von einer Pilgerin gehört habe, brechen die Pilger aus den Herbergen selbst bei diesem düsteren Wetter schon um sieben Uhr auf, um ja rechtzeitig am frühen Nachmittag in der nächsten Herberge zu sein.

So scheine ich hinter dem Trupp herzulaufen. Nach zwei Kilometern fängt es langsam an zu regnen, so dass ich doch mir meine komplette Regenkombination aus Poncho und Hut anlege und weiter durch den verwunschenen Wald laufe. Bald überhole ich zwei etwas hinkende Australierinnen, die gestern eine Wegstrecke auf dem Pilgerweg in Flip-Flops bewältigt hatten, aber heute doch lieber die festen Schuhe trotz drückender Blasen genommen habe. Die beiden Mädchen sind schon eine Zeit in Europa unterwegs und wollen nach Abschluss des Jakobsweges in Santiago weiter nach Reikjavik zu einem Musikfestival fliegen. Manchmal wünscht man sich noch in die eigene Studentenzeit zurück. Bei zunehmenden Regen mache ich den ersten Halt nach sieben Kilometern in einer kleinen Bar und treffe noch mehr von bekannten Pilgern, die sich alle bei einer Tasse Kaffee mit oder ohne Schuss aufwärmen.

Nach der Stärkung geht es weiter auf dem Jakobweg und der Regen hat kein Einsehen, aber der heutige Weg führt weiter durch einen Regenwald. an der nächsten Bar bietet sich das gleiche Schauspiel: Einige Pilger füllen den kleinen Schankraum mit ihren nassen Regenjacken und Rucksäcken aus, es fliegen Begrüssungsworte hin und her und jeder versucht sich ein wenig zu erholen, bevor die letzten Kilometer durch die Nachbarstadt Pontescesures mit ihrer grossen Milchfabrik geht und das Tagesziel Padron erreicht wird. Meine kleine Pension befindet sich in einem alten Haus aus dem 18. Jahrhundert, das Zimmer ist sehr gemütlich und die Stadt ist schnell erkundet. Heute heisst es früh zu Bett zu gehen, denn morgen möchte ich die letzten Kilometer ausgeschlafen geniessen können, selbst wenn der Regen weiterhin auf mich niederprasselt.

Weitere Informationen auf unserer Website.

camino_portugues_2_Auflage