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Jakobsweg Porto: Etappe 13 – Sao Joao da Madeira nach Porto
Die “Flechas amarillas” auf dem Jakobsweg

Jakobsweg PortoHeute beginnt meine letzte Etappe auf dem noch recht unbekannten Teil des portugiesischen Jakobsweg und wieder hat das Wetter ein Einsehen mit mir und begrüsst mich mit einem wunderbaren Sonnenaufgang.

Nachdem ich bei meiner Ankunft das Städtchen Sao Joao de Madeiras Oliveras als überhaupt nicht schön erlebt hatte, zeigte sie mir heute auf dem Weg in Richtung Porto doch noch ein paar wenige schöne Ecken, bevor ich mich in den Montagsmorgen-Verkehr auf einer der zahlreichen Strassen in Richtung Innenstadt machte. Zum Glück währte dieser Kampf um das Wegerecht nicht allzu lange. Nach einer satten Steigung und einem kurzen Stück an einer Hauptstrasse führte der Weg mich weiter auf einer alten Strasse, die ihre Ursprünge in der römischen Zeit hatte. Zum Teil war noch der ursprüngliche Belag aus grob behauenen Steinquadern vorhanden, zum Teil war er durch Kopfsteinpflaster oder gar löchrigen Teerbelag ersetzt worden.

Nach abwechslungsreichen Kilometern, ich steuerte gerade eine Kaffeebar für eine Mittagsrast an, hielt ein Autofahrer neben mir. Er wollte wissen, nach welcher Karte wir Pilger laufen würden. Immer wieder kämen hier Pilger vorbei, die sicher ihren Weg durch das Strassengewirr fänden. Ich erklärte ihm, dass wir uns nach den gelben Pfeilen richten würden, wenn wir Santiago und nach den Blauen, wenn wir Fatima als Ziel unserer Reise hätten. Er blickte sich suchend um und entdeckte auf einmal mehrere dieser Wegweiser, bedankte sich herzlich und wünschte mir noch einen “Buon Caminho”. Die gelben Pfeile waren auf meinem bisherigen Weg ein treuer Begleiter und haben mir ein tiefes Gefühl von Vertrauen und Geführtsein vermittelt. Hatte ich sie für eine kurze Strecke aus den Augen verloren, wurde der erste Wiederentdeckte freudig begrüsst. Die gelben Pfeile (span. “Flechas amarillas”) sind erst seit Anfang der 80er Jahre Wegzeichnung für die Jakobswege. Begonnen hat es mit Don Elias Valina Sampedro, der schon in seiner Dissertationsschrift von 1965 den Camino Frances untersucht hatte.

Ab 1984 markierte er selber weite Strecken des Camino Francés und legte damit und seiner Arbeit zu den Jakobswegen den Grundstein für die Abertausende von Pfeilen, die entlang der unterschiedlichen Jakobswege den Pilgern helfen, den rechten Weg zu finden. Neben seiner Arbeit an den Jakobswegen war Don Sampedro Pfarrer in O Cebreiro, Galicien und eröffnete nach einer umfassenden Restaurierung der Kirche und ihrer Nebengebäude dort ein Gasthaus und eine Pilgerherberge. Er starb 1989 und wurde am Ort seines Schaffens begraben.

So haben mich auch heute die vielen gelben Pfeile, zum Teil begleitet von den ersten Muschelzeichen, sicher durch das immer komplizierter werdende Strassenwirrwarr von Porto geführt und mir den unglaublichen Ausblick auf die Altstadt von Porto und den Fluss Douro ermöglicht. Morgen werde ich mir diese wunderbare Stadt Porto anschauen……

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