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Jakobsweg Tui: Etappe 18 – Rubianes nach Tui
Der grosse Regen auf dem Pilgerweg 

Jakobsweg Tui: Die Nacht in dem Schlafsaal unter vielen war besser als gedacht. Nach anfänglichem Grauen, von den 30 Personen schnarchten mindestens fünf, habe ich doch noch einige Stunden mehr oder weniger gut schlafen können, aber der zunehmende Sturm und Regen haben mich neben den Geräuschen meiner Pilgerkollegen doch immer wieder geweckt.

Morgens um 6.30 Uhr begannen dann auch die Ersten in ihren Rucksäcken zu kramen und so machte ich mich auch dann so langsam aber sicher wanderbereit. Das Wetter zeigte sich heute von seiner schlimmsten Seite: Strömender Regen begleitet von einem schweren Sturm, so dass doch einige von den Mitpilgern direkt den Ruf nach einem Taxi erschallen liessen. Ich fand dann aber doch einen Mitstreiter, der auch als Neuling auf den Pilgerwegen ein solches Wetter hautnah erleben wollte und so machten wir uns möglichst wasserdicht angelegt um 9.00 Uhr langsam auf den Weg.

Als erstes Ziel hatten wir uns das ein Kilometer entfernte Cafe ausgesucht, dort stiessen wir auch auf die ersten Mitpilger, die auf ein Taxi warteten. Nach einer Stärkung mit Kaffee und Sandwich machten wir uns beide auf den Pilgerweg. Da schon das erste kurze Stück schlimmes für die kleinen Wege vermuten liess, entschieden wir uns ein Teil des Jakobsweges Camino Portugués auf der Landstrasse zurückzulegen. Begleitet durch eine gute Unterhaltung trotzten wir den schlimmen Wetterverhältnissen, der Regen fiel teilweise waagerecht aus den tief hängenden Wolken, der Wind zerrte an unserem Regenschutz und legten doch den ein oder anderen Kilometer zurück. Eine weitere Pause nach sieben Kilometern gab uns neue Kraft und eine Regenpause liess uns Hoffnung schüren, so dass wir auch zum Teil auf dem ursprünglichen Pilgerweg liefen.

Leider mussten wir an einem Stück wieder umkehren, da der Weg sich in einen kleinen reissenden Bach verwandelt hatte, wo wir kein Durchkommen sahen. Trotzdem schafften wir es bis vier Kilometer vor unserem Tagesziel, bevor uns eine weitere schwere Schlechtwetterfront einholte und uns zunächst zu einer Pause und anschliessend zu einem Taxi zu unserem Hotel zwang. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse war der heutige Tag auch ein ganz spezieller guter Tag gewesen. Durch das schlechte Wetter zusammengeschweisst haben wir den Weg und auch den restlichen Tag gut überstanden und bei guten Gesprächen neue wichtige Eindrücke gewonnen, die ich sicherlich in mein Leben nach dem Jakobsweg mitnehmen werde.

Weitere Informationen auf unserer Website.

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