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Jakobsweg Vila do Conde: Etappe 14 – Porto nach Vila do Conde
Ein Tag am Meer auf dem Jakobsweg

Jakobsweg Vila do CondeHeute lockt mich eine ganz andere Strecke schon früh aus dem Bett und ich befürchte, dass heute zum letzten Mal das Wetter mit mir ein Einsehen hat und mir zum Aufstehen einen wunderschönen Sonnenaufgang schickt.

Nach einem guten Frühstück in dem sehr komfortablen Ibishotel mitten im Zentrum von Porto werde ich heute ein wenig schummeln. Da ich keine Lust auf etliche Kilometer Stadtdurchquerung im morgendlichen Berufsverkehr habe, nehme ich die Metro, die mich in dreissig Minuten an die Haltestelle Mercado in Matosinhos bringt.

Die heutige Wegstrecke soll mich am Atlantik entlang nach Vila do Conde führen und laut angeblich ist diese nicht ausgeschildert. So nehme ich mein kleines GPS-Gerät zur Hilfe, überquere zunächst eine Zugbrücke und biege in Richtung Meer ab. Nach einigen Hundert Metern stolpere ich über einen leuchtend gelben Pfeil an einer Strassenlaterne. Während ich diesen etwas verwundert fotografiere, kommt aus dem daneben liegendem Geschäft ein Mann herausgestürmt und fragt mich in einem Portugiesisch-Englisch-Gemisch, ob ich auf dem Weg nach Santiago sei. Als ich dies bejahe, muss ich mit in die Papeterie, bekomme einen Stempel in meinen Pass und eine Kopie von einem Wegeplan. Der Herr, er stellt sich als Gil Ferreira heraus, ist einer der Freunde des Jakobsweges und hat wohl auf den nächsten zwanzig Kilometern die Wegstrecke eigenhändig mit den mir so vertrauten gelben Pfeilen gekennzeichnet. Nach guten Wünschen für meinen weiteren Weg mache ich mich auf die Strecke.

Bald am Atlantik angekommen, folge ich den gut sichtbaren Pfeilen und lege bei herrlichstem Wetter und beeindruckenden Panoramen bald einige Kilometer auf dem Jakobsweg Camino Portugués zurück. Auf einmal grüsst mich ein Herr mit wildem Winken und nach genauem Hinsehen erkenne ich Gil Ferreira wieder. Er ist mit dem Auto zu meinem Weg gekommen und wird mich nun einige Kilometer begleiten. Ich erfahre, dass er früher bei Nestlé gearbeitet hat und nun seit acht Jahren pensioniert ist. Seine freie Zeit widmet er nun der Pflege und Begehung der Jakobswege. Als nächstes plant er den Pilgerweg Camino Frances und trainiert jetzt schon einmal jeden Tag mit Märschen zwischen zehn und zwanzig Kilometern. Nach gut fünf Kilometern trinken wir in einer Strandbar noch einen Kaffee zusammen, er teilt mit mir seine Obstmahlzeit und mit guten Wünschen verabschieden wir uns voneinander.

Dank seiner Pfeile habe ich meinen Weg nach Vila do Conde gut gefunden und den restlichen Tag mal nah am Meer oder etwas weiter weg gut gefunden und diesen herrlichen Sommertag auf einer wirklich leichten Strecke sehr genossen.

Weitere Informationen auf unserer Website.

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