Entstehung der Jakobswege
Anfang des 9. Jahrhunderts wurde der Legende nach das Grab des Apostels Jakobus in Nord-Spanien entdeckt. Der Leichnam wurde angeblich von seiner Hinrichtungsstätte in Jerusalem auf dem Seewege zum damals vermuteten Ende der Welt gebracht und dann ins Landesinnere transportiert, dorthin, wo sich heute Santiago de Compostela (Spanien) befindet. Dort wurde er begraben. Die Herrscher von Asturien und León machten den Apostel zu ihrem Schutzheiligen und hofften auf geistigen Beistand für die zahlreichen Schlachten, die sie führten. Die Verehrung des Jakobus war zunächst nur auf Kantabrien begrenzt, doch wenig später, mit zunehmender Christianisierung Nordspaniens, tauchten die ersten Pilger auf. Im 11. und 12. Jahrhundert entwickelte sich dann unter dem Einfluss der Reconquista langsam die Pilgertradition, die bis heute anhält.
Die um 1075 errichtete romanische Kathedrale auf dem Apostelgrab sowie die Einrichtung besonderer Gnadenjahre (Heiliger Jahre), die einen Ablass aller Sünden ermöglichten, führten im 15. Jahrhundert zu einer Zunahme des Pilgerwesens und Ausweitung der Jakobswege bis Skandinavien und Osteuropa.

Dies ist ein Ausschnitt aus unserem Buch "Camino de la Costa | Camino del Norte - Jakobsweg - Küstenweg" von Rod Hützen. Erhältlich in unserem Verlagsshop.