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Camino Portugués | Camino Português

In Spanien erfreuen sich die Jakobswege schon langer Zeit als Fernwanderwege grosser Beliebtheit. Doch auch im Nachbarland Portugal gibt es Pilgerwege.

Der Portugiesische Weg (Caminho Portugês) führt durch das Landesinnere und passiert dabei die alten historischen Städte Santarém, Tomar, Coimbra, Porto, Tui und schlussendlich Santiago. Als alternative Route gibt es auch einen Weg entlang der Küste, der aber bis heute nicht vollständig markiert ist. Eine weitere Alternative führt von Santarém aus nach Fatima, um dann in Coimbra wieder auf den Hauptweg zu treffen. Der portugiesische Weg ist eine reizvolle Variante für all jene Pilger, die eine Alternative zum recht frequentierten Jakobsweg Camino Francés suchen. Auf den ersten 400 Kilometern bis Porto begegnet man außerhalb der Hauptreisemonate Juli und August nur wenigen Pilgern und hat bei einer sehr abwechslungsreichen Landschaft sehr viel Ruhe, um zu sich und seinem Weg zu finden. Besonders beeindruckend ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Portugiesen, dem einsamen Wanderer zu helfen. Auch für Frauen, die alleine wandern, stellt dieser Weg kein Problem dar. Zu jeder Zeit fühlt man sich auf dem Weg gut aufgehoben. Trotz der fehlenden Herbergsstruktur finden sich entlang des Weges genügend Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preisklassen und in allen Orten wird durch die Feuerwehren („bombeiros“) eine fast kostenlose Übernachtungsmöglichkeit angeboten. Der Camino Portugés (Caminho Portugês) ist eine besondere Herausforderung für alle Pilger, die auf dem Weg die Einsamkeit und Kontemplation suchen und nicht unbedingt dem Strom der Massen folgen wollen.

Auszug aus unserem Jakobsweg-Führer Camino Portugués / Caminho Portugês

Die heutige Etappe beginnen Sie an der Kathedrale Sé, die leicht erhöht direkt an der berühmten Straßenbahnlinie 28 liegt. Die Kathedrale Sé (Sé nach port. „sede“ = Sitz, Bischofssitz) wurde 1147 kurz nach der Vertreibung der Mauren auf den Trümmern einer Moschee unter Verwendung von alten Steinen errichtet. So ist ein kleiner westgotischer Fassaden-Fries aus vorarabischer Zeit erhalten, der im Inneren der Kathedrale im Kreuzgang gezeigt wird. Im Gegensatz zum einheitlichen romanischen Gesamtbild, das sich von außen bietet, finden sich innen verschiedene Baustile. Der Innenraum präsentiert sich im schlichten romanischen Stil, wogegen der Chorumgang im gotischen Stil mit insgesamt neun Kapellen erbaut wurde. Weitere Kostbarkeiten sind das sehenswerte Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert, in dem der Heilige Antonius getauft worden sein soll, das große Rosettenfenster an der Westfassade und die berühmte Weihnachtskrippe von Machado de Castro aus dem Jahr 1776. Nachdem Sie den ersten Stempel in Ihren Pilgerpass erhalten haben, verlassen Sie die Kathedrale und wandern durch die engen Gassen der Alfama weiter. Die Alfama ist der älteste erhaltene Stadtteil von Lissabon. Hier haben die meisten Häuser das schwere Erdbeben von 1755 überstanden und in den engen Gassen, die sich zum alles überragenden Castelo de São Jorge hinauf- und zum Tejo hinabwinden, kann man in vollen Zügen die Gerüche und Geräusche des ursprünglichen Lissabons in sich aufnehmen. Bis heute konnte die Alfama ihre Eigenart bewahren: Die Bewohner dieses armen, aber malerischen Stadtviertels nehmen die immer zahlreicher werdenden Besucher mit Gleichmut hin. Ihre eigenen Gefühle und Sehnsüchte nehmen nach wie vor im melancholischen Fado-Gesang Gestalt an, der in den vielen Fado-Lokalen der Altstadt zu hören ist.

Leider gibt es für den deutschen Sprachraum nur wenig fachkundige Literatur über diese wirklich lohnenswerte Variante die Jakobsstadt zu erreichen.

Jakobswege Spanien | Jakobswege Portugal | Jakobsweg Anreise

Etappen

  1. Lissabon – Verdelha de Baixo
  2. Verdelha de Baixo – Azambuja
  3. Azambuja – Santarém
  4. Santarém – Golegã
  5. Golegã – Tomar
  6. Tomar – Alvaiâzere
  7. Alvaiâzere – Rabaçal
  8. Rabaçal – Coimbra
  9. Coimbra – Mealhada
  10. Mealhada – Águeda
  11. Águeda – Albergaria-A-Velha
  12. Albergaria-A-Velha – São João de Madeira
  13. São João de Madeira – Porto
  14. Porto – Vila do Conde
  15. Vila do Conde – Barcelos
  16. Barcelos – Ponte de Lima
  17. Ponte de Lima – Rubiães
  18. Rubiães – Tui
  19. Tui – Redondela
  20. Redondela – Pontevedra
  21. Pontevedra – Caldas de Reis
  22. Caldas de Reis – Padrón
  23. Padrón – Santiago de Compostela

Etappenplan Caminho Português | Camino Portugués

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