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Eine “Q” für alle Fälle

Zugegeben, es ist nicht das neueste Modell der großen Reiseenduros von BMW, doch immer noch ein sehr zuverlässiges und dankbares Vehikel, das schon einiges von der Welt gesehen hat und nie irgendwelche Probleme machte. Die GS ist ein alltagstaugliches Allround – Motorrad, das auch für große Strecken und Schotterpisten hervorragend geeignet ist.
Bei starkem Regen jedoch ist die Performance sehr eingeschränkt. Abhilfe schafft hier das „Clear Protect“ System von Wunderlich. Es leitet Spritzwasser an den Beinen des Fahrers vorbei und sorgt so für entspannteres Fahren. Außerdem steht diese Acrylverkleidung dem Motorrad gut und stört die Optik nicht.
Zusammen mit der bei der Reisemaschine installierten Frontscheibe, die weitaus besseren Schutz bietet als die Originalscheibe, ist man auch für Regenwetter bestens gerüstet. Für die Tour wurde als Navigationsgerät ein Garmin Zumo 660 eingebaut, das zusätzlich noch mit einer topographischen Karte von Spanien ausgestattet war.
Die „Reise bis ans Ende der Welt“ bei Anreise aus der Schweiz schloss mit ca. 5.200 Gesamtkilometern ab, es gab keine Panne, Motorrad und Equipment funktionierten ohne Probleme. Bei zügiger Fahrweise lag der durchschnittliche Gesamt – Benzinverbrauch bei 5.7 l/100 km und es wurden ca. 1,3 l Öl/1.000 km verbraucht.

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Die handliche GS ist im Fahrverhalten sehr spurtreu und auch bei Höchstgeschwindigkeit treten kaum Vibrationen auf, so dass die Maschine sehr stabil läuft. Auch im Stadtverkehr ist die BMW sehr handlich und agil, trotz des relativ grossen Gewichts von mehr als fünf Zentnern. Die hohe Sitzbank ist für kleinere Fahrer und speziell Frauen respekteinflößend und für ein sicheres Handling ist Kraft gefordert. Im Fahreinsatz zeigt sich die Enduro aber von ihrer besten Seite und belohnt den Fahrer mit komfortablen Laufeigenschaften.Richtig Spaß macht die „Q“, wie sie von Insidern auch genannt wird, auf kurvigen Landstrassen. Bei flüssiger, gleichbleibender Geschwindigkeit werden bedingt durch die hohe Konstruktion Kurvengeschwindigkeiten bzw. Schräglagen möglich, die viele andere Motorräder nicht erreichen.

Das Bike, das im Stand so schwer zu bewegen ist und Kraft erfordert, ist im Fahrbetrieb agil und leichtgängig – man wünscht sich, die Kurven mögen niemals aufhören. Wie ferngesteuert schwebt man über die Strassen, das Kurvenhandling ist absolut genial, Bodenwellen in Schräglage sind absolut kein Problem und im mittleren Drehzahlbereich beschleunigt die GS wunderbar aus den Kurven heraus. Regenfahrten sind kein Problem, die Maschine bleibt auch bei eher schwierigen Fahrbahnbedingungen stets spurtreu.

Ein weiters Plus ist der sechste Gang, der als Overdrive ausgelegt ist und bei langen Autobahnetappen sehr benzinsparend ist. Auch im Overdrive ist noch genug Elastizität für Überholmanöver vorhanden. Auch bei Soziusbetrieb verhält sich die „Q“ absolut unproblematisch und ermöglicht lange Tagesstrecken. Ab dem Modelljahr 2003 sind einige Kinderkrankheiten beseitigt worden, so z.B. das lästige „Ruckeln“ bei konstanter Fahrt, welches durch den Einbau einer Doppelzündung eliminiert wurde.
Fazit: Die GS ist ein universell einsetzbares Motorrad mit sicheren Fahreigenschaften. Sie ist extrem langlebig und ermöglicht hohe Kilometerleistung ohne Qualitätseinbußen. Auch wenn Nachfolgemodelle mit besserem Handling und mehr technischen Features glänzen, ist die „alte“ GS ein zuverlässiges und dennoch zeitgemäßes Motorrad für sportlicheTourenfahrer.