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Das Wetter, das traditionell über Ostern in Spanien meist schlecht ist, zeigte sich von der eher sonnigen Seite. Glück gehabt, die grossen, schwarzen Wolken sah ich nur in der Ferne.

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Die erste Etappe des Caminos machte grossen Spass, es ging von Ferrol, immer entlang des Atlantiks, durch schöne Strassenzüge und vorbei an Prachtbauten, teils noch aus der Franco – Zeit (Frano ist übrigens in Ferrol geboren) und entlang der grossen Promenade mit botanischen Highlights und neo-klassizistischen Skulpturen. Der Camino windet sich durch Urbanisationen mit Häusern, die den Blick auf den Fluss geniessen, teilweise prächtige, neu erbaute Domizile, aber auch immer wieder kleine Wohnruinen. Man spürt auf Schritt und Tritt, dass die Finanzkrise elementare Spuren hinterlassen hat und immer noch nachhaltig wirkt. Der Boom, den Spanien in den letzten 20 Jahren erfahren hat, ist vorbei, die Zeiten werden härter. Immer wieder auffällig mehr „Se Vende“ Schilder an den Häusern und die Strassenreinigung hat wohl auch eine Budgetkürzung erfahren. Es ist ein nicht so erfreulichen Zeitzeugnis des strukturellen Wandels in Europa und macht ohne Zweifel nachdenklich. Dies alles soll uns aber nicht abhalten, die Schönheit der Region zu erkennen und zu geniessen.

Es ist eine überaus schöne Wanderung mit einem tollen Zwischenstopp in einer kleinen Bar mit fantastischem Essen und Blick auf die Ria. Danach folgt ein grosser Bogen um die Bucht und mein Etappenziel, Neda, ist nach nur 12 km erreicht.