+41 71 310 28 00 verlag@peronegro.com

no images were found

Heute möchte ich Sie einmal anregen, eine etwas andere Italienreise zu unternehmen. Natürlich, dieses Land hat enorm viel von dem, was wir so lieben: Mode, gutes Essen, Kultur, Architektur, das Meer, die Berge und so vieles mehr.  Aber wie wäre es denn einmal mit einer Gourmetreise in das winterliche Piemont? Wir haben dies für Sie getestet und können Ihnen vielleicht einige gute Tipps und Anregungen mit auf den Weg geben.Von unserem Wohnort St. Gallen in der Schweiz ist die Anreise ein Kinderspiel. Nach vier gemütlichen Stunden erreichen wir die Hauptstadt der weissen Trüffel, Alba im Piemont. Alba ist ein nettes Städtchen mit gerademal 32.000 Einwohnern und liegt im Herzen des Anbaugebietes für Barolo und Barbaresco, diese hervorragenden Weine, die den Ruf der Gesamtheit der italienischen Weine geprägt haben. Aber die Gegend ist auch berühmt für einen ganz besonderen Grappa, der aus dem Trester dieser Trauben gebrannt wird. Auch produziert man hier phantastische Käsesorten und es gibt den berühmten, wohl besten Trüffel dieses Globus: den weissen Alba Trüffel. Grund genug also sich auf den Weg zu machen und ganz nebenbei noch etwas Kultur und Lebensart zu geniessen. Zur Trüffelzeit (September bis Januar) ist es in Alba recht schwierig in einem der wenigen Hotels Unterkunft zu finden, besser man bucht im Voraus oder steigt in einem Hotel in der Nähe ab. Wir haben ein verlängertes Wochenende eingeplant und erreichen Alba erst am frühen Abend. Aber das ist eine gute Einstimmung auf die nächsten Tage. Ein Bummel durch die Altstadt und ein Restaurantbesuch mit einem Trüffelmenü lassen den Abend entspannt ausklingen. Am nächsten Tag geht es auf den Markt im Zentrum der Stadt. Dort kann man neben zahlreichen italienischen Delikatessen natürlich auch die Trüffel erwerben. Wir bevorzugen den Einkauf in einem Fachgeschäft, da man sich nie so sicher sein kann, ob man nicht einem „Alba Trüffel Plagiat“ aufsitzt. In den benachbarten Balkanstaaten, jenseits der Adria werden auch Trüffel gefunden, nur sind sie von minderwertiger Qualität. Der Alba Trüffel hat ein unglaubliches Aroma und eine ganz besondere Konsistenz – es lohnt sich wirklich das Original zu erstehen. Der Alba Trüffel (lat. Tuber Magnatum Pico) zeichnet sich durch intensiven Geruch nach Knoblauch, Schalotten und Weichkäse aus. Er wird in hauchdünnen Scheiben über neutrale Speisen, wie etwa Pasta, Risotto oder Omelett gehobelt. Sofern nicht vorhanden sollte man unbedingt einen Trüffelhobel kaufen, sodass die Scheiben wirklich perfekt gehobelt werden können. Die Preise variieren nach dem jährlichen Angebot je nach Qualität  zwischen € 5.000 und  € 9.000 pro Kilo. Ein Trüffel von etwa 80 – 100 g ist für den Hausgebrauch zu empfehlen, da er nur ca. eine Woche haltbar ist. Mit dieser Menge können ca. zwei bis drei Mahlzeiten für vier Personen zubereitet werden. Wir haben in diesem Jahr für ca. 90 g  € 200 bezahlt. Aber glauben Sie mir, es lohnt sich wirklich. Eine Delikatesse, die man sich einmal im Jahr ruhig gönnen kann. Bitte beachten Sie auch die Trüffel Rezepte am Ende dieses Blogs. Unbedingt zu empfehlen ist es auch sich in Alba mit den Zutaten wie z. B. Pasta und Risotto einzudecken, die Qualität ist hier ganz anders als das, was man in deutschen Verkaufsstellen kaufen kann. Lohnend ist auch immer Käse, Olivenöl oder sonstige kulinarischen Highlights, die Sie ohne jeden Zweifel in Alba finden können. Natürlich sollten Sie auch die Gelegenheit nutzen und zur Mittagszeit in eines der zahlreichen Restaurants einzukehren und zumindest ein Trüffelgericht zu geniessen. Für den Nachmittag empfehle ich einen kleinen Ausflug nach Neive in die Brennerei des ehemaligen Grappa Papstes, Romano Levi. Bei unserem letzten Besuch Ende 2007 habe ich Levi noch persönlich kennengelernt und eine private Führung durch seine Brennerei erleben dürfen. Leider ist er im März 2008 verstorben, doch es gibt Nachfolger, die sein Werk fortführen. Levi galt in Gourmetkreisen als Institution, sein Grappa, gebrannt ausschliesslich aus Barolo und Barbaresco Trester, war einzigartig. Besonderen Ruhm erlangte der kauzige Piemonteser durch seine handgezeichneten Grappa Etiketten, die bis heute in dieser Art wohl einzigartig sind. Seine Produkte waren sehr begehrt und wurden teilweise auf Auktionen in New York und Tokio zu abenteuerlichen Preisen angeboten. Es war mir damals möglich nur ein einziges Exemplar zu kaufen, seine Grappas verkaufte er nie in grossen Mengen. Die Flasche ist noch ungeöffnet und wird gut behütet. Es gibt Anbieter, die Levi Produkte online anbieten, zwischen € 300 und € 500, angeblich Originale. Man sollte sehr vorsichtig sein, da die Echtheit der Flaschen nur schwer zu prüfen ist. Bei unserem diesjährigen Besuch wurde die alte Brennerei wieder betrieben, angeblich wurden die Levi Destillen wiederbelebt. Man kauft dort Grappa von durchaus akzeptabler Qualität zu Preisen zwischen € 40 – € 60. Natürlich sind die Etiketten heute gedruckt und nicht handgemalt, aber eben täuschend ähnlich. Trotzdem lohnt sich der Kauf von einigen Flaschen, wie gesagt es ist nahe an der Levi Qualität. Den Abend können Sie in einer der vielen Restaurants rund um Alba ausklingen lassen und authentische Küche aus dem Piemont geniessen. Den nächsten Tag empfehle ich damit zu verbringen, Wein zu degustieren und einzukaufen. Es ist ein wirklicher Traum durch dieses Weinbaugebiet zwischen sanften Hügeln zu gleiten und diese einzigartige Atmosphäre zu geniessen. Überall finden sich, auch an Wochenenden, offene Kooperativen, kleine Weingüter und Weinhandlungen. Das Angebot ist schier unüberschaubar. Besonders die kleinen Weingüter mit ihren sympathischen und überaus gastfreundlichen Besitzern sind wirklich ein Erlebnis und man hat die Gelegenheit hervorragend ausgebaute Weine zu kaufen, die es sicher nicht im Supermarkt um die Ecke gibt. Ein Highlight für Käsefreunde ist sicher auch die von Slow Food organisierte internationale Käsemesse in Bra, 16 km westlich von Alba, die alle zwei Jahre stattfindet, das nächste Mal im September 2011. Käsehersteller aus der ganzen Welt finden dort ein interessiertes Forum. Vielleicht sehen wir uns ja da, der Termin ist bei uns bereits vorgemerkt. Wenn Sie noch mehr Zeit eingeplant haben gibt es in dieser Gegend natürlich noch sehr viel Kultur und Lebensart zum Sonderpreis. Es ist vielleicht nicht das typische Postkarten – Italien, doch ganz bestimmt eine neue, spannende Erfahrung mit viel Entdeckungspotential. Freuen Sie sich nun auf Ihre Heimreise, in Gedanken sitzen Sie sicher schon mit Ihren Lieben am Küchentisch, die Einkäufe ausgebreitet und beim anschließenden gemeinsamen Abendessen begeistern Sie mit den Erzählungen von Ihrem kleinen kulinarischen Abenteuer….

Rezepte

Die Rezepte sind alle simpel und schnell zuzubereiten. Machen Sie keine Experimente und versuchen Sie nicht raffiniert zu kochen. Die Zubereitungen gelten lediglich als Aromaträger und, wie man in Ostdeutschland sagen würde, als „Sättigungsbeilage“. Der Star ist der Trüffel, man sollte seine Begleitung behutsam wählen und nicht zu sehr würzen.

Trüffel

Den Trüffel sorgfältig putzen, eventuell mit einer kleinen Bürste und einem Zahnstocher die Erde entfernen. Kurz abspülen und trocknen lassen. Der Trüffel wird am Tisch aus ca. 30 cm Entfernung mit einem Trüffelhobel in hauchdünnen Scheiben auf die nachstehenden Gerichte gehobelt.

Trüffel – Basisgerichte (jeweils für vier Personen)

1. Pasta

250 g Fettuccine (Hartweizen) Butter, Salz, weißer Pfeffer (aus der Mühle)

Die Fettuccine in reichlich Salzwasser „al dente“ kochen. Die Nudeln abgießen, und in einen vorgewärmten Topf geben. Butterflöckchen (nicht zu knapp) darüberstreuen und sanft mit der Pasta mischen. Etwas Salz und ganz wenig Pfeffer zugeben und vermengen.

2. Omelett

4 Eier, 2 EL Butter, 1/2 Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, Weisswein

Eiweiss und Dotter trennen und zunächst das Eiweiss in einer Schüssel so lange verquirlen bis das Eiweiss leicht schaumig ist. Nun Eidotter dazugeben und gut verrühren. Die Knoblauchzehe gut zerdrücken und mit etwas Weisswein harmonisch vermischen und dazugeben. Alles nochmal verquirlen. In einer Pfanne die Butter erhitzen aber nicht braun werden lassen. Die Eiermasse in die Pfanne geben und unter ständigem Bewegen der Pfanne stocken lassen. Dann wenden und einige Sekunden warten, bis auch die andere Seite fest wird. Leicht salzen und pfeffern. Das Omelett auf einem Teller anrichten, mit einem Teller zudecken bis das Gericht serviert wird.

3. Risotto

250 g Reis, 1,0 l Fleischbrühe, 40 g geriebener Parmesankäse, 40 g Butter, Salz

Etwas Butter zur Seite stellen und die restliche Butter in einem großen Topf schmelzen und aufschäumen lassen; den Reis hinzufügen, umrühren und kurz anrösten. Einen Teil der warmen Fleischbrühe darüber gießen. Dann ab und zu einen Schöpflöffel Brühe zugeben, bis das Risotto gar ist. Das Risotto soll weich und doch körnig bleiben. Nach Belieben salzen. Vom Herd nehmen, die zur Seite gestellte Butter und den geriebenen Parmesankäse unterrühren und einige Minuten ruhen lassen. Auf vorgewärmten Tellern servieren und dann die zuvor geputzten Trüffel hauchdünn darüber hobeln.

Adressen

Romano Levi Brennerei(Grappa) Via XX Settembre 19, I-12052 Borgonuova di Neive, Piemont
Alba Tartufi (Einkauf Trüffel) Alba Tartufi s.r.l. – Via Cavour, 15 – I-12046 Montà d’Alba (CN)
Azienda agricola Fantino (Wein) Fantino Alessandro e Gian Natale Via Silvano, I-12065 Monfort d’Alba (CN)
Agriturismo Cascina Barac (Wein) San Rocco Seno D’Elvio 40, I-12051 Alba (CN)
Tartufi Morra (Trüffel) Pertinace 3, I-12051 I-12051 Alba-(CN)
Tartufi Ponzio (Trüffel) Vitt. Emanuele 7, I-12051 Alba (CN)
Trüffelmarkt Stadtkern von Alba, I 12051 Alba (CN)
La Casa del Formaggio (Käse) Via Ferretto Pietro 4, I-12051 Alba (CN)
Hotels Buchen Sie hier…
Agriturismo Cascina Barac San Rocco Seno D’Elvio 40, 12051 Alba (CN)
Albergo Leon d’Oro Sas Marconi, 2 I-12051 Alba (CN)
Hotel i Castelli Torino, I-12051 Alba (CN)