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Jakobsweg Agueda: Etappe 10 – Mealhada nach Agueda
Wein und portugiesische Gastfreundschaft auf dem Jakobsweg

Jakobsweg AguedaIn der Nacht hatte es heftig geregnet und beim Aufstehen hingen immer noch tiefe Wolken über dem Hotel. Da ich mir einen Magen-Darminfekt eingefangen hatte, war ich recht froh über die kühlen Temperaturen und die recht kurze Strecke von 25 Kilometern.

Nach einem spärlichen Frühstück und etwas Tee ging die Wanderung auf dem Jakobsweg Camino Portugés durch kleine Wohngebiete und friedliche Wälder los. Nach wenigen Stunden frischte der Wind deutlich auf und vertrieb die Wolken. Durch kleine ausgestorbene Orte erreichte ich auf der Hälfte des Weges wieder hübsche Weinanbaugebiete und passierte ein Weingut, welches die Aufschrift trug: Rota do Vinho Bairrada. Zu den Abendessen zuvor hatte ich schon mehrmals einen frischen und fruchtigen Vinho Verde getrunken, der aus den nördlichen Anbaugebieten (Minho) stammt und sowohl als ein roter, weisser oder Rosé- Wein angeboten wird. Die „Vinhos Regionais Beiras“ stammen aus einem grossen Landstrich, der vom Atlantik bis zur spanischen Grenze reicht und die Subzonen Beira Litoral, Beira Alta und Beira Baixa umschliesst. Die typischste und wichtigste Reborte des Gebietes, die Baga-Traube, liefert schwere und tanninbetonte Rotweine. Gut ausgeschildert kann man den Landstrich auf der Rota do Vinho Bairrada bereisen. Leider blieb mir nicht die Zeit und Kraft eine Weinprobe zu machen, mein Magen rebellierte noch zu stark, so dass ich meinen Pilgerwegeg fortsetzte.

In dem kleinen Flecken Alfeloas nahe bei Anadia machte ich Halt in einem kleinen, eher schäbig aussehenden Kaffee, um mich mit einer Tasse Tee zu stärken. Mit gebrochenem Spanisch-Portugiesisch-Gemisch bat mich die Wirtin, doch einen Eintrag in ihr Pilgerbuch zu machen. Sie gab mir das Buch, die Einträge reichten ein gutes Jahr zurück und waren zumeist von spanischen und französischen Pilgern, die alle die Gastfreundschaft Portugals und den schönen Jakobsweg lobten. Auch ich machte einen kleinen Eintrag, erhielt in mein Credencial del Peregrino einen Stempel mit Muschel und machte mich von guten Wünschen durch die Wirtin begleitet auf den weiteren Weg. Am Nachmittag erreichte ich meinen Zielort Agueda, ein kleines Städtchen am gleichnamigen Fluss und bezog mein Zimmer in dem Residencial O Ribeirinho. Da meine Kräfte noch immer recht geschwächt waren und ich noch nichts essen konnte, machte ich nur einen kleinen Erkundungsgang durch die gut erhaltene Altstadt und ging früh zu Bett. Leider eine verpasste Möglichkeit, das gerühmte Essen in dem gleichnamigen Restaurant unterhalb der Pension auszuprobieren.

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