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Jakobsweg Ponte de Lima: Etappe 16 – Barcelos nach Ponte de Lima
Herbststimmung auf dem Jakobsweg

Jakobsweg Ponte de LimaJetzt bin ich schon drei Wochen unterwegs auf dem Jakobsweg Camino Portugués und immer noch meint es der Wettergott gut mit mir. Der Morgen fängt mit den üblichen Hochnebelwolken an, aber die deutlich frischeren Temperaturen künden doch den Herbst an.

Nach einem guten Frühstück mache ich mich wieder auf den Weg und bin froh, dass ich meinen Pullover anhabe. Es ist sehr kühl an diesem Morgen und die frühe Morgensonne will auch noch nicht recht wärmen. Genausowenig kommt heute mein Körper auf Trab, die ersten Kilometer auf dem Pilgerweg vergehen nur sehr schwer und so mache ich schon nach einer knappen Stunde die erste kurze Rast und bringe meinen Kreislauf mit einer guten Tasse Kaffee in Schwung.

Es liegen noch knapp dreissig Kilometer vor mir und im Moment erscheint es mir als fast nicht schaffbar. So nehme ich mir vor, Schritt für Schritt zu machen und geniesse die immer schöner werdende Landschaft. Im Licht der immer weiter aufgehenden Sonne kann der Blick über die hügelige Landschaft streifen, die fernen Berge versinken noch im Frühnebel und die mich heute den ganzen Tag begleitenden Weinreben zeigen schon eine schöne rote Laubfärbung. Auch sind schon viele Felder abgeerntet und zusammen mit dem Rauch von den vielen Holzfeuern wirkt es schon sehr herbstlich.

Diese Stimmung passt auch sehr gut zu meiner nachdenklichen Phase auf diesem Weg, man könnte es auch fast den „Blues“ nennen, aber ich denke, dass bei einer solchen Herausforderung, sei es nun die körperliche Anstrengung oder die Tatsache, vier Wochen alleine unterwegs zu sein, auch solche Phasen dazu gehören. So nehme ich die doppelte herbstliche Stimmung an und mit jedem gelaufenen Kilometer auf dem Jakobsweg Camino Portugués finde ich mehr in meinen Laufrhythmus, so dass ich doch schlussendlich am späten Nachmittag in dem Städtchen Ponte de Lima eintreffe. Wieder ein bezauberndes Städtchen, direkt am Fluss Lima gelegen, das meinen kurzen Erkundungsspaziergang allemal wert ist. Leider reichen die Kräfte nicht mehr für weitere Ausflüge, aber ich werde sicherlich noch einmal in diese geschichtsträchtige Ecke von Portugal kommen. Morgen steht zum Glück nur eine kurze Etappe von knapp zwanzig Kilometern an, meine geschundenen Beine werden es mir danken.

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