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Dieser Tag begrüsst den Wanderer mit Sonnenschein, es ist relativ kalt, so um die 14°C, aber für den Camino sind das beste Bedingungen. Die Etappe beginnt mit einem knackigen Anstieg durch die Altstadt von Pontedueme, ca. 100 Höhenmeter auf kurzer Distanz.

Dann Asphaltpiste und lauschige Wanderwege durch Wald und Flur, vorbei an einem Golfplatz und über Flüsse und Bäche. Nach ca. 10 m und wieder einigen Wasserstellen erreiche ic Mino, eine kleine, aber ganz hübsche Stadt ahe eines Flussarms. Zeit für die Mittagspause. Ich habe mir vorgenommen hier ausschliesslich Fisch zu essen, der immer ganz frisch ist und auch wenn nur einfach zubereitet (meist „a la Plancha“ = in Olivenöl auch einer Edelstahlplatte gegart) vorzüglich mundet. Dazu gibt es meist Gemüse der Saison, Brot und natürlich Wein. Ich nehme mir immer viel Zeit für die Mitagspause, es ist ein Highlight des Tages, zumindest für mich.8

Gut gestärkt geht es dann weiter auf dem Camino Inglés , es sind nur noch ca. 8 km, ein kleiner Spaziergang. Es gibt unglaubliche Szenarien, bizarre Wolkenansammlungen vor blauem Himmel mit Fernblick auf das Meer. Sie merken meine Begeisterung, ich lebe immer auf, wenn ich in dieser Region bin, diese Kombination von spanischer Lässigkeit und Lebensart, die Natur und die Einsamkeit, die es hier noch auf dem Camino Inglés gibt. Es ist perfekt, seine Gedanken zu sammeln, Sauerstoff zu tanken und wieder fit zu werden für den Büroalltag. Einen Camino im Jahr sollte sich jeder gönnen!

Der Rest der Strecke ermutigt zu neuen Taten. Ich lasse mr immer viel Zeit, verweile an schönen Aussichtsplätzen und lasse die Seele baumeln. Wann nur im hektischen Alltagsleben hat man die Musse, Gangart, Zeit, Ziel und Route völlig frei zu bestimmen? Warum nicht einmal abweichen vom Weg und die Zeit selbst frei gestalten? Das ist vielleicht das letzte Stück Freiheit, das man heutzutage geniessen kann….